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Die Rosenlust lehnt sich zurück und schließt die Augen. Sie fühlt die Hand auf ihrem Rücken liegen, so sanft, so flüchtig, so nah. Für einen Augenblick: So nah!
Die Tränen laufen über ihr Gesicht, der Schmerz verbrennt den Leib und die Seele, jedes Mal.
Morgen wird die Welt wieder anders aussehen: Rosarot oder sonnenblumengelb. Morgen wird die Musik wieder sanft aufspielen; mit Klavier im Hintergrund oder Gitarrenbegleitung.
Lass sie schlafen, lass sie träumen! Sonnenblumenträume mit Ingwergeschmack.
Kann man da an Liebe denken? Noch dazu an Sex? Ja!, die Rosenlust antwortet eindeutig mit: Ja!
Man kann an Liebe denken. An was sollte man sonst denken?Nur die Liebe kann auf Dauer den Hass überwinden. Den Hass und die Gewalt, die in dieser Welt so verbreitet sind.
Die Rosenlust versucht sich zu beruhigen, indem sie sich in ihrer eigenen Zärtlichkeit badet, indem sie sich mit Träumen streichelt, mit Sinnlichkeit benetzt, sich vor den üblen Einflüssen schützt. Nackt, ganz nackt will sie sein. Nackt von einem Pelz umhüllt. Ein zarter Pelz, der ihren Leib umhüllt, ihn schützt, ihn wärmt und ihm dennoch Freiheit gibt. Die Freiheit nackt zu sein. Die Freiheit bereit zu sein. Bereit für die Liebe. Bereit für den Liebsten. Voller Gefühl, voller Weichheit, voller Zärtlichkeit.
Nackt und bereit. In Liebe – die Antwort auf Hass und Gewalt!
Bin nackt bei meinem Schatz. Sehr in Anspannung, auf ihn konzentriert, beobachte sein Verlangen, lehne mich an, biete mich an. Greift er zu den Brennessel weiß ich: jetzt kommt die anonyme Öffentlichkeit. Der rote Po ist das Zeichen für die Gemeinschaft, die Hingabe an andere, das Teilhaben lassen, das nur unter Schmerzen möglich ist. Schmerzen, Brennen und Unterwerfung, die Hingabe an mich selbst, die für andere so anziehend ist. Mit dem roten, brennendem Po eins zu sein, kenntlich zu sein, fleißig zu tun. Intim zu sein. Die Schwänze in den Mund nehmen, die Mösen zu lecken, mit dem Kopf fest zwischen den Beinen der anderen sein.
Der rote Po ist das Erkennungszeichen für die Liebe, die Hingabe, den Gehorsam, die Konzentration.
Der Stock auf dem roten Po ist das Verstärkungszeichen. nicht nachlassen, weiter machen, Lust und Genuss zu bereiten.
Die Brennessel sind das Zeichen, sie läuten die Gemeinsamkeit ein, dannach sind sie nicht mehr wichtig.
Das Rot wirkt für alle.
Mir brennt mein Verlangen auf der Seele.
Im Herzen.
Die Rosenlust badet im Wildrosenwasser und träumt vom Vollmond. Vom Tanz auf dem Vulkan, der zu beben beginnt. Von der Lava, die die Hänge entlang läuft. Rotglühend und heiß wie die Hölle. Die Eruption lässt die Erde beben und die Nacht glimmt silberlich rot. Die Rosenlust schwebt über dem Krater, die Erde bebt und reißt den Krater auf. Die Hänge rotglühend und lavaspritzend. Ein Donnergrollen windet sich im Krater nach oben, entlädt sich im dumpfen Knall am Kraterrand.
Die Rosenlust taucht unter im Wildrosenwasser und laucht den bebenden Wellen.
Im Traum war er wieder einmal nahe. Die Stimme zärtlich. Hand in Hand auf der Suche nach einem Ort für die Zweisamkeit. Durch den Sturm geleitet, geführt. Durch die Menschen hindurch, durch das Chaos um sie herum auf der Suche nach einem Ort für die Hingabe. Weiter und weiter geht er mit ihr. Gibt nicht auf. Die Stimme bleibt zärtlich, das Verlangen treibt sie beide. Weiter und weiter. Mit viel Geduld durch die agressive Menge. Durch das Labyrinth. Durch den Lärm und die Ungemütlichkeit.
Hand in Hand auf der Suche nach einem Ort für die Zweisamkeit.
Manchmal wache ich morgens auf und kann mich nicht mehr erinnern. Aber mein Körper spürt: Da war er wieder – heute Nacht.
Ich träumte den Rosentraum. Vom Abend bis zum frühen Morgen. Ich fühle die Wärme noch in mir fließen, die Ruhe und die Geborgenheit. Ich ahne, dass ich ihn geträumt habe, den Traum vom Duft und von der Benommenheit. Den Traum, der sich erinnert an die Nächte, in denen wir beide nicht zur Ruhe kamen. Den Traum von der Vergangenheit und vom Zauber der Liebe.

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