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Hinten am Horizont sieht Judith schon einen hellen Schimmer. Die Sonne wird bald aufgehen. Es sind nur noch 18 km, dann ist sie im Dorf. Was wird sie dann tun? Sie fährt die Landstraße entlang, vorbei an den Gemüsefeldern. Sie biegt ab in einen Feldweg und ruckelt über den holprigen Weg entlang. Die Nacht hat die Luft etwas abgekühlt, aber immer noch ist es schwül. Sie fährt noch ein Stück, biegt ein paar Mal ab. Dahinten sind Pappeln, bestimmt ist dort ein kleiner Bach. Sie wird das Auto abstellen und ein bisschen schlafen. Einfach die Rücklehne zurückstellen und schlafen.

Als sie das erste Mal miteinander schliefen, war das auch im Auto. Irgendwo im Feld. Nur Pappeln standen keine dort und warm war es auch nicht. Es war klirrend kalt.

Noch weiß sie nicht richtig, was sie tun wird, wenn sie angekommen ist. Zuerst einen Ort suchen an dem sie ein paar Tage bleiben kann und dann das Haus – ihn.

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Stefan lauscht. Er hatte die Musik extra angestellt, denn dann gingen sie schneller von seiner Tür weg. Nicht dass sie rein kämen! Nein, das hat er ihnen endlich ausgetrieben, aber ohne die Musik kamen sie immer noch ein paar Mal vor seine Tür und lauschten. Einzeln. Selbstverständlich. Sie machen ja nie etwas gemeinsam. Mit der Musik jedenfalls war er sie jedenfalls immer schnell los. Und Leonie war schon eingeschlafen.

Ein Griff unter das Bett. Das Bein hochgestellt und tief durchatmen. Ganz exakt drückte er die Scheibe auf, verstärkte noch einmal den Druck und zog sie schnell durch die Wunde. Er spürte die Erleichterung. Warm und weich floss das Blut am Bein entlang. Wie Samt.

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