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Thorsten legte die Fotos von ihr auf dem Tisch aus, als wäre es ein Kartenspiel. Er hatte sie heimlich gemacht. Immer wenn sie eingeschlafen war; und sie schlief fast immer nach dem Sex ein. Sie schlief ein und war orientierungslos, wenn er sie aufweckte, weil sie gehen musste. Sie kramte schnell nach ihren Anziehsachen, war in Eile. Er durfte ja nichts merken. Er nicht und die Kinder schon gar nicht. Seit vier Jahren trafen sie sich schon regelmässig. Vier Jahre Heimlichkeiten. Sie verheimlichte ihre Seitensprünge mit ihm vor ihrer Familie und Thorsten verheimlichte ihr, dass er sie immer fotografierte, wenn sie eingeschlafen war. Hier lagen sie also: Ihre Brüste, ihr Po, der Fleck an ihrem Schenkel, ihre Augen, ihr Schamhaar. Hier lag sie ausgebreitet vor ihm. Vier Jahre Heimlichkeiten – vier Jahre Liebeslust. Zu Sex unterm Tannenbaum waren sie nie vorgedrungen. An Weihnachten war er natürlich allein. An Silvester war er allein. Er legte die Fotos jetzt wieder um. Das war die Frisur, die sie vor vier Jahren hatte und hier der Kratzer, den sie sich im Urlaub am Meer geholt hatte. Ohne ihn. Und hier die Ohrringe, die ihr ihr Mann zum Hochzeitstag geschenkt hatte. Aber hier lag sie in der Sonne, die durch sein Fenster schien.
Er nahm die Fotos nacheinander vom Tisch auf, legte sie in einem Stapel zusammen und legte sie jetzt mit der Rückseite auf den Tisch. Nach und nach drehte er sie um. Da war sie wieder. Da waren ihre Brüste, ihre geschlossenen Augen, da lag seine Liebe.
Der Brief, den du geschrieben,
er macht mich gar nicht bang;
du willst mich nicht mehr lieben,
aber dein Brief ist lang.
Zwölf Seiten, eng und zierlich!
Ein kleines Manuskript!
Man schreibt nicht so ausführlich,
wenn man den Abschied gibt.
Heinrich Heine
kleine weiche
nasse, feuchte Lippen
mögen sanftes Fingerspitzenschreicheln
ja!
(Ein-Fast-Mösen-Elfchen)
Micha trat in mein Leben wie ein Erdbeben. Die Welt schien sich mit einem Schlag in eine andere Richtung zu drehen. Er heizte mir ein und ich versuchte den Weg mit zu gehen. Immer weiter, immer tiefer. Jede Woche eine neue Herausforderung. Jede Woche ein neues Glück. Jede Woche eine neue Frau. Er sah ein Mädchen, wollte sie haben. „Komm schlaf mit ihr,“ flüsterte er mir ins Ohr. „Komm, schlaf mit ihr.“ Ich schlief mit ihr um seinet Willen. Schlief mit ihr und hielt ihn dabei fest. Ich streichelte sie, ich leckte sie und flüsterte ihr ins Ohr, dass sie bald für ihn bereit sei. Bald, nur etwas geiler, wolle er sie haben. Ich reizte sie und prüfte sie. Sah nach ihrem Po und leckte ihn. „Bald,“ flüsterte ich ihr ins Ohr, „bald, bist du geil für ihn. Noch einen Augenblick Geduld.“ Wie gerne spürte ich den Stock dabei, wie stolz war ich auf meine Striemen. Ich flüstere ihr in ihr Ohr: „Bald wirst du auf ihm reiten.“
Über den Zauber, der von erotischen Briefen ausgeht, hat die Rosenlust in ihrem Blog schon geschrieben. Einen erotischen Briefroman kann man bei Ellen und der Sex nachlesen.
Ein Text vom Lieben und Strafen.
Die Rosenlust verfolgt mit Interesse und Spannung die Statistiken der erotischen Stimmung im Land. Fußballspiele lassen sie in die Knie gehen, am Tag danach springt der Pik wieder nach oben, als ginge es darum Versäumtes nachzuholen. Die Wetterumschwünge bleiben nicht ohne Wirkung, aber richtig abtörnend ist offensichtlich die Adventszeit. Da fällt das Lust-Barometer ins Bodenlose – und keine Aussicht aus diesem Tief wieder raus zu kommen.
Lasst euch nicht anstecken von der Hektik und der Betriebsamkeit. Nehmt euch die Zeit für Liebe unterm Weihnachtsstern.

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