In der taoistischen Weltanschauung sind Lust und LIebe rein, schrieb die Rosenlust in ihrem letzten Eintrag. So rein, dass sie nicht mit direkten Worten beschrieben werden dürfen, sondern mit möglichst poetischen Wörtern umschrieben werden. SuMuze lästerte – in ihrer gewohnt charmanten Art – über die Vorstellung einer mit sexuellen Symbolen überladenen Umgebung. Lust und Liebe sind allgegewärtig, aber sie sind verkleidet. Maskiert verstecken sie sich in Flaschen, Vasen und Wolkenbrüchen.

Die Rosenlust kennt die taoistische Weltanschauung nicht aus eigenem Erleben. Nur aus wenigen Texten und Bildern. Sie mißtraut einer reinen, unbefleckten Lust. Nach ihrer Erfahrung ist Lust und Sexualität wie das Leben: Manchmal rein und manchmal die reinste Gewalt. Manchmal besteht ist aus Macht und Gier und manchmal aus Glück und Freude. Manchmal regt sie zu den schönsten Kunstwerken an und manchmal wird sie durch den Schmutz gezogen. Oft ist sie laut und grell, manchmal putzig und trollig, mal kitschig und verlogen und nicht selten sogar kriminell.

Die Rosenlust mag die duftige und luftige Seite der Lust. Die romantische. Sie hegt und pflegt sie in ihrem Liebesgarten, weil es die Seite ist, die sie am meisten mag.