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ein Lufthauch kitzelt – streichelt sanft den nackten Leib – die Sehnsucht zittert
Ab und an findet die Rosenlust Gefallen, kleine Liebeswörter in die große Welt zu zwitschern.
Nachts wacht sie auf. Mit feuchter Möse. Wieder und wieder träumt sie und immer verschwinden die Träume im Dunkel ihres Unterbewußtseins. Sie kann sich nicht erinnern an die Täume, die ihr Nacht um Nacht das Zittern bescheren.
Morgens wacht sie müde auf. Unausgeschlafen. Der Kopf schmerzt, der Körper ist zerschlagen. Sie mag diese Nächte nicht. Mag die Träume nicht. Erschlichene Träume hinter dem schwarzen Vorhang des Vergessens.
Sie schaut in den Spiegel und sieht wie die Tränen über ihre Wangen laufen. „Ich brauche dich nicht!“, schreit sie den Spiegel an und dreht sich um. „Ich brauche dich nicht!“
Ob die Leserinnen und Leser der Rosenlust das vertikale Lächeln kennen? Ein kleiner Tipp, falls es euch unbekannt ist. Schaut euch das wunderschöne Bild „Der Ursprung der Welt“ von Gustave Courbet an. Da findet ihr ein vertikale Lächeln.
In der taoistischen Weltanschauung sind Lust und LIebe rein, schrieb die Rosenlust in ihrem letzten Eintrag. So rein, dass sie nicht mit direkten Worten beschrieben werden dürfen, sondern mit möglichst poetischen Wörtern umschrieben werden. SuMuze lästerte – in ihrer gewohnt charmanten Art – über die Vorstellung einer mit sexuellen Symbolen überladenen Umgebung. Lust und Liebe sind allgegewärtig, aber sie sind verkleidet. Maskiert verstecken sie sich in Flaschen, Vasen und Wolkenbrüchen.
Die Rosenlust kennt die taoistische Weltanschauung nicht aus eigenem Erleben. Nur aus wenigen Texten und Bildern. Sie mißtraut einer reinen, unbefleckten Lust. Nach ihrer Erfahrung ist Lust und Sexualität wie das Leben: Manchmal rein und manchmal die reinste Gewalt. Manchmal besteht ist aus Macht und Gier und manchmal aus Glück und Freude. Manchmal regt sie zu den schönsten Kunstwerken an und manchmal wird sie durch den Schmutz gezogen. Oft ist sie laut und grell, manchmal putzig und trollig, mal kitschig und verlogen und nicht selten sogar kriminell.
Die Rosenlust mag die duftige und luftige Seite der Lust. Die romantische. Sie hegt und pflegt sie in ihrem Liebesgarten, weil es die Seite ist, die sie am meisten mag.
In der taoistischen Weltanschauung sind Lust und Liebe rein. Sie dienen dazu, die Kräfte des Himmels und der Erde in Harmonie zu bringen und den schöpferischen Zyklus der Natur in Ballance zu halten. Der Koitus von Mann und Frau symbolisiert die Harmonie des natürlichen Kreislaufs ebenso wie es der Wechsel zwischen Tag und Nacht oder Sommer und Winter macht. Weil Liebe und Lust rein sind wird über sie nicht direkt gesprochen, sie werden poetisch umschrieben. Da schüttet die Wolke ihren Niederschlag aus, die Frauen spielen Flöte und das goldene Gefäß steht bereit.

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