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Fast schon am Spiegel vorbei gelaufen, stoppt sie ihren Schritt. Lange hat sie sich nicht mehr betrachtet. Hat ihren Körper nicht mehr wahrgenommen. Lange schon war sie im Bann der Traurigkeit. Sie fühlt sich alt geworden. Fremd ihr Spiegelbild. Fremd und doch vertraut. Die Zeit ist übergelaufen. Die Trauer kennt keine Grenzen. Zeit. Mal Freund, mal Feind.
Sie wirft die Haare nach hinten, dreht sich leicht nach links und nach rechts. Die Erinnerung wird wieder lebendig. Die Erinnerung an die gemeinsame Zeit. Im Spiegel ahnt sie die junge Frau, verliebt und verzaubert. Die Frau, die sie in ihrer Vergangenheit war. Sie dreht sich weiter. Nimmt sich selbst in Augenschein. Es ist Zeit, mich wieder mit mir selbst Freundschaft zu schließen. Ein kurzer Gedanke nur – schon ist er wieder weg
Rosenöl habe ich gekauft. Will meinen Körper tränken im Rosenöl, will mich baden in Rosendürften, träumen von Rosenblättern. Jetzt ist die Zeit gekommen. Die Sehnsucht darf beginnen, das Verzehren darf zündeln, die Hingabe explodieren.
Ich bereite mich auf deine Rückkehr vor. Auf deine Ankunft. Nimm mich sanft in deinen Arm. Nimm mich. Ich will jede Rolle für dich spielen. Jede. Immer. Für dich.
Im Traum den Freund geküsst, geliebt und sanft zerflossen. Im Traum in Leidenschaft geschmolzen. Die Lust genossen, die Angst vergessen. Im Traum den Freund geküsst, geliebt und mich vergeben.
Am Tag den Traum genossen. Das Gefühl vertieft, die Liebe eintauchen lassen ins Gemüt.
von Zauberhand den Liebestrank gereicht
geschüttelt und gerührt, nur die Liebsten kennen das Rezept
im Geheimen, im Vertrauen, reichen sie es weiter
vom Liebendem zur Liebende
von der Liebenden zur Sehnsüchtigen
von der Sehnsüchtigen zum Sich-Verzehrenden
seit ewigen Zeiten,
das gleiche Ritual
der Liebestrank
wird weitergereicht
nur so behält er seine Magie
die Zauberkraft
Die Rosenlust schmunzelt: Die Sammelmappe bebt.

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