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Über Sex reden scheint für viele Menschen schwierig zu sein, noch größer ist vielleicht die Herausforderung der oder dem Geliebten einen erotischen Brief zu schreiben. Wer es wagt, beschenkt sie und sich selbst mit einem aufregenden Schatz.

Erinnerungen an vergangene Liebesnächte, Stunden voller Glück oder auch nur kurze Momente der Leidenschaft – aufgeschrieben prickelt die gemeinsame Lust, die Erregung über Jahre hinweg.

Aber auch das gemeinsame Träumen von den verborgenen Früchten, den Wegen, die noch vor euch liegen, weil ihr euch noch nicht getraut habt sie einzuschlagen, auch die lassen sich in einem Brief liebe- und vertrauensvoll ausmalen.

Ein erotischer Brief ist mehr als ein schillernder Schatz, ein Dokument der Lust, der Erregung und des Angenommensein.

Ich wünsche mir noch viele von diesen besonderen Briefen. Read the rest of this entry »

Haare wie ein Kaktus in Erektion

Wer schreibt über diese stachelige unerotisch-erotische Frisur?  Eine Frau mit lustvollen Widersprüchen.

Ich stehe am Fenster und weine. Ich weine und weine und weine. Draußen stehen die Autos an der Ampel. Ich sehe nach draußen, irgendwo hin. Ich sehe die Straße, egal was. Ich weine und weine und weine. Ich stehe am Fenster und weine. Du bist gegangen und ich bin verlassen. Für alle Zeiten alleine. Ich stehe am Fenster und draußen stehen die Autos an der Ampel. Ich sehe die Straße, sie hält mich fest. Nur die Straße, die Ampel, die Autos halten mich. Nicht jetzt. Ich will nicht zusammenbrechen. Nicht zusammensacken. Nicht in mich versinken. Ich stehe am Fenster und weine.

Du bist gegangen

und ich bin verlassen.

Jetzt würde ich mir wünschen bei dir zu sein.

Jetzt. Nicht morgen. Nicht übermorgen. Jetzt.

Jetzt wünsche ich mir bei dir zu sein. Jetzt.

Wie oft haben wir uns geliebt in Paris? Wie oft sind wir nach Paris gefahren? Unzählige Male sind wir zusammen auf das Hotelzimmer gegangen. Erfüllt von der Atmosphäre dieser Stadt. Angeregt vom Sehen und Staunen. Aufgeladen vom erotischen Flair, der kleinen Straßen. Eine Flasche Wein. Viel Nähe – und immer wieder Liebe.

In Paris eintauchen. Zu zweit. In die Kunst, in das Leben. Der Tag ist erfüllt, die Nacht wein- und liebestrunken.

Paris – die Stadt der Liebe. Ein Klischee, das in unserem Fall keins war. Wieder und wieder und wieder sind wir nach Paris gefahren. Um zu riechen, um zu schauen, um dabei zu sein.

Manchmal liege ich nachts wach und denke: „Jetzt. Jetzt könnte ich auch in Paris sein.“ Wenn auf der Straße ein Auto hupt, der Bus vor der Haustür hält. Diese typischen Geräuche dieser Stadt.

Paris im Frühling, Paris im Sommer, Paris im Herbst und im Winter. Wir haben es wieder und wieder erlebt. Heiße Sommertage mit offenen Fenstern, kalte Wintertage mit den flüsternden Weihnachtsbäume, sprießende Bäume in den Parks. Immer mittendrin, immer dabei. Immer auf neue Eindrücke stoßend.

Ich will dich spüren, will mit dir durch die kleinen Gassen gehen. Will die Mädchen sehen und die eleganten Frauen. Will dich spüren, mit dir schlafen. Ich will bei dir sein.

ohne Lust
lässt die Rosenlust ihren Kopf hängen
sie verdörrt in der Hecke
sie verwelkt unerkannt am Strauch

ohne Lust
verdirbt die Rosenlust
wie eine überreife Frucht
zermatscht, zerschmettert, zertreten

ohne Lust
gibt es keinen neuen Tag für die Rosenlust
kein Lachen, keine Freude, keinen Sonnenaufgang
nur eiskaltes Schweigen

ohne Lust
ist das Leben
a r m

Sie hatte kein Talent zur Liebe. Kein Talent zur Partnerschaft. Egal wie weit sie zurück dachte, immer ging es schief. Der falsche Mann zur falschen Zeit.

Auch dieses Mal. Ehe sie sich versah, war er auch schon wieder weg. Weg, auf und davon. Rein in ihr Leben und dann sofort wieder raus. Was bleibt, ist sein Gesicht.

Das Gesicht auf dem Foto. Sein Gesicht, seine Augen, sein Profil. Sie hat die Fotos ausgedruckt und schiebt sie vor sich hin und her wie bei einem Memoryspiel. Seine schönen Augen. Sie schneidet sich eine Maske aus. Eine Maske mit seinen Augen. Sein Profil, seine Nase. Sie schiebt sie hin und her. Er ist schön, so vertraut. Immer wieder sortiert sie die Fotos um. So, so wirken sie am schönsten. Hier seine Augen, da seine Haare, sein Profil.

Sie sucht den Kleber, sie weiß genau, er ist hier. Hier ist er.

Ausschnitt für Ausschnitt klebt sie die Fotos über ihr Bett. An die Außenwand, die ist schön kühl. Kühl wie er. Eine Kühle, die erfrischt. Eins nach dem anderen, ein Foto hier, eins da, eins oben, eins rechts. Wie schön, dass es so viele sind. Sie streicht mit dem Finger über seine Wangen, über seine Augen, über sein Haar. Sie küsst seine Augen, seine Wangen, seine Finger. Wie nahe er jetzt ist. Wie nahe und wie kühl. Kühl, so schön kühl. Sie küsst seine Augen, sie leckt seine Wangen, sie streichelt mit ihrer Zunge seinen wunderschönen Mund. Sie kühl, so fern. Sie kniet auf ihrem Bett, drückt ihre Wange an die Bilderwand und schließt die Augen.

So nah, so fern.

Komm zu mir! Kriech unter meine Decke. Da ist es warm und ich bin ganz weich. Ich bin Wachs in deinen Händen. Dir ganz zugetan. Nimm mich fest! Jetzt, hier, sofort.

Jetzt, schnell, schnell.

wenn der Mond zum Fenster scheint
möchte ich nackt im Mondlicht baden
mich räckeln und strecken
und den Mond als Gast einladen

ihm meine Sehnsucht zeigen
damit er sie weiter gibt
mein Begehren, mein Verlangen

siehst du den Mond?