Betrübt ist die stolze Rose, als der kleine Prinz sie verlässt. Aber ihr Stolz lässt es nicht zu, es ihm zu zeigen. 

Auch die Rosenlust ist eine stolze, erregende Blume. Aber an manchen Tagen verlässt sie die Lust, und sie ist viel zu stolz das zuzugeben. Eine Rosenlust ganz ohne Lust? Was wäre das denn für ein Leben? Wer sollte sie denn sein, wenn ihr das Wichtigste fehlte.  Die Liebe, die Erregung, die Sexualität, die Zärtlichkeit – ohne Lust bleibt alles blass und fad. Selbst die Freundschaft ist ohne Lust so oberflächlich und langweilig. Ohne Lust ist das Leben grau und die Miesepeter machen sich plötzlich breit. Wo sie noch Raum lassen, ziehen die Bedenkenträger ihre Kreise und wenn sie versucht sich in sich selbst zurückzuziehen, wird sie von schrillen, nörgelnden Stimmen aufgescheucht.

Ohne Lust verdörrt die Rosenlust einsam und unzufrieden mit sich und der Welt, wie die stolze Rose, die ohne den kleinen Prinzen nicht leben kann und ihn doch dazu bringt, dass er seinen kleinen Planeten verlässt.