Später in ihrer Erinnerung konnte sie nicht mehr sagen, wie der Sex auf der Rückbank abgelaufen war. Bequem kann es nicht gewesen sein, aber auch daran hatte sie keine Erinnerung. Ihre Erinnerung bezog sich alleine auf ihren Körper. Sie spürte von Kopf bis zu den Zehenspitzen jeden Quadratzentimeter ihres Körpers. Ganz besonders natürlich ihre Brüste, ihren Hals, ihren Mund und zwischen den Beinen pochte auf einmal ihr Herz und das pochte weiter in der Erinnerung und zerfloss jedes Mal, wenn sie daran dachte.
Keine Erinnerung hatte sie an seinen Körper, ausser dass seine Umarmung etwas ganz besonderes war, dass er sie anfasste, wie sie nie gedachte hätte, dass ein Mensch einen anderen anfassen kann. Ihr Körper pulsierte und war unheimlich präsent, so wie sie es nie zuvor, geglaubt hatte.

Ein weiblicher Schoß am Herdfeuer – oder ist das Herdfeuer der weibliche Schoß?

Einsam in der Sommernacht. Der Liebste so weit, die Sehnsucht so stark. Mein Körper vermisst seine Haut, seine Hände, sein Liebe. Stundenlang räkelt sich die Rosenlust im Bett. Hin und her. Nackt. Bereit.
Sie streckt die Beine, tastet ihren Körper ab, wischt die Sehnsucht beiseite und kann sie doch nicht löschen.
Sommer. Im Sommer brennt die Leidenschaft doppelt so heiß, vielfach so stark.
Kein Entkommen. Nur Warten und Sehnen.

Verlangen.

Wer im Sommer nicht verliebt ist, der verpasst das wichtigste im Jahr. Sommerzeit ist Liebeszeit, Zeit der Lust und der Liebesträume. Sich hingeben im Sommer heißt schmelzen, fließen, sich verflüchtigen.

Haut spüren, sehen, fühlen – umgeben sein von Sinnlichkeit. Sommerzeit ist Zeit zum Leben.

roste Küsse mallen deine Messer
auf mene Brust
bis mein haar an deinem Gürtel flattert

Else Lasker-Schüler

Auszug aus den portugiesischen Briefen von Marianna Alcoforado

Du hast mir so lange zugesetzt, bis ich vollständig eingenommen war; dein Feuer hat mich in Brand gesteckt; die Güte, die du für mich hattest, übte ihren Zauber aus, und schließlich waren deine Schwüre da, mich sicher zu machen. Die Heftigkeit meiner eigenen Neigung hat mich verführt; was mit so heitern und glücklichen Anfängen begann, das sind jetzt Tränen, Seufzer, ein trostloser Tod, und ich sehe nichts, was da helfen könnte.

Ich kanns nicht leugnen, meine Liebe zu dir hat mir überaus selige Überraschungen bereitet; aber ich zahle jetzt dafür mit den wunderlichsten Schmerzen. Du bist übertrieben in allen Gemütsbewegungen, die du mir verursachst. Hätte ich die Standhaftigkeit besessen wider dein Gefühl, hätte ich gewußt, dir, um dich heftiger zu entflammen, einen Grund zur Sorge oder Eifersucht zu geben, wäre es dir möglich gewesen, in meinem Benehmen eine künstliche Zurückhaltung zu bemerken, oder hätte ich schließlich Willen genug gehabt, gegen meine natürliche Neigung zu dir, die du mich früh erkennen ließest, meine ganze Vernunft aufzustellen (freilich, diese Anstrengungen wären doch umsonst gewesen), so möchte es am Platze sein, mich strenge zu bestrafen und mich die Macht fühlen zu lassen, die du über mich hast. Aber du schienst mir Liebe zu verdienen, schon bevor du mir gesagt hattest, daß du mich liebst. Dann gabst du mir Beweise einer großen Leidenschaft, ich war außer mir, und ich stürzte mich rückhaltlos in meine Liebe.

Kurz bevor der Tag beginnt
rück ich dir auf die Pelle
unter der Decke
komm ich dir nah
halt dich umschlungen
mit meinem ganzen Körper
fühle deine Lebendigkeit
und auch deinen Schlaf

ein Traum oder ein Tagtraum
gewirkt aus Nahsein

Wie der Wind will ich
durch ihr Haar wehen
um dessen Duft zu rauben
unter ihren Rock gleiten
und ihre Haut entflammen

Ein Tanka aus dem Buch „Sieben Silben Ewigkeit“ von Denis Thériault.

Im Buch raubt ein erotischer Briefwechsel dem Briefträger Bilodo fast den Verstand. Er verliert sich in der Identität eines anderen und schreibt erotisches Gedicht um Gedicht um sich der unbekannten Liebsten nahe zu fühlen.

Der Sex untern Tannenbaum ist längst erledigt. Die Rosenlust gibt sich ihren Träumen hin. Den Träumen zum Jahreswechsel und was wäre da passender, als die Liebe zu den Austern auszuleben?

Das ist doch eine prickelnde Gelegenheit um das Neue Jahr zu begrüßen.
Austern mit prickelndem Sekt untermalt von stimmungsvoller Musik. Angerichtet und aufgetischt von starken Armen.

Das was sonst noch dazu gehört, dürft ihr dazu phantasieren und dann seid ihr ganz nah dabei, bei dem was hier geschieht.

Die Rosenlust wünscht einen sexiven Silvestertag und ein erotische Jahr 2011!

Hektik und Ärger begleiten
die Tage vor der freien Zeit
Kummer und Sorgen wachsen an
nehmen mir Luft und Raum

Das Herz klopft schnell und laut
die Hände sind immer in Bewegung.
Unruhe macht sich breit

Sie endet in deinen Armen
in deinen Händen
sie endet ganz nahe bei dir

Dein Streicheln und Kneten,
Massieren und Ölen
mimmt dem Ärger die Macht
der Hektik die Kraft
dem Kummer die Schärfe.

In deinen Armen, auf deinem Schoß,
in deinem Begieren und deiner Lust
liegt das Tor

Das Tor, durch das wir gemeinsam gehen
in das Reich der Lust und der Sinne

Nimm mich mit!

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